Menu Content/Inhalt
Wissenschaftliche Untersuchungen

Aktuelle Multicenterstudie


Seit Mai 2007 ist die 3. Studie zur Evaluierung der präklinischen Sonographie beim Traumapatienten im Raum Frankfurt angelaufen. Flächendeckend wurden alle arztbesetzten Rettungsmittel in Frankfurt und Darmstadt (insges. 6 NEFs und 1 NAW) sowie der RTH Christoph 2, der RTH Christoph 77 und Christoph Hessen mit mobilen Ultraschallgeräten ausgestattet und alle Notärzte trainiert. Die Studie untersucht den Einfuss der am Unfallort oder im Rettungswagen durchgeführten Sonogaphie auf die präklinische Rettungszeit und die innerklinische Versorgungszeit bis zur ggf. notwendigen Operation. Die ersten Ergebnisse der Studie sind nach Ablauf von 12 Monaten zu erwarten.

Download: Studienprotokoll zur Multicenterstudie "Einfluss der präklinischen Sonographie auf die Versorgung von Trauma Patienten". studienprotokoll_multicenterstudie

p-FAST (Focused Abdominal Sonography for Trauma)

Unsere Pilotstudie in Frankfurt/Main und die Multicenterstudie der Deutschen Rettungsflugwacht konnte nachweisen, dass die Sonographie am Unfallort in mehr als 90 % der mehr als 300 untersuchten Fälle erfolgreich eingesetzt wurde. Als Konsequenz der frühen Diagnostik erfolgte eine Modifikation der Therapie und des rettungstechnischen Managements in etwa 1/3 der Fälle. Zudem wurde in 20% der Einsätze auf Grund der sonographischen Diagnose die Zielklinik geändert. Das Schockraummanagement wurde aufgrund der präklinischen Befundes in allen Fällen, bei denen präklinisch bereits eine abdominelle Blutung nachgewiesen worden war, erweitert.

Mit der Verbreitung der präklinischen Sonographie gibt es eine Vielzahl von Fallberichten, in denen die Sonographie zu einer Optimierung der Einsatzlogistik geführt hat. Obgleich in diesen Fällen die Sonographie die Versorgung des Patienten wahrscheinlich verbessert hat, bedarf es weiterer wissenschaftlichen Untersuchungen, die den Vorteil der frühen präklinischen Diagnostik für den Patienten auch statistisch beweisen können.

FEEL (Fokussierte Echokardiographische Evaluation bei Life Support/ Reanimation) 

Die orientierende Echokardiographie sollte in der „Peri-reanimationsphase“ bei kritisch Kranken eingesetzt werden. Diese Überlegung bezieht sich auf die drohende CPR (z.B. unklare Hypotension und Schock), die CPR und auf die Post-reanimationsphase ("Post-resuscitation Care") Breitkreutz_et_al._CCM_2007 1.41 Mb
Eine von uns mit den Darmstädter Kollegen gemeinsam durchgeführte präklinsiche Studie zeigte hierzu, dass geschulte Ärzte diese Technik bei kardiologischen Notfällen und CPR einsetzten und vor allem für die Differentialdiagnose der pulslosen elektrischen Aktivität nutzten. Überraschenderweise wurde bei CPR oder unklarer Hypotension in 5 Mal von 190 Fällen ein Perikarderguß identifiziert sowie punktiert. Wahrscheinlich überlebten 2 Patienten nur wegen der zuvor durch mobile Sonographie diagnostizierten Perikarderguß und Punktion die CPR und ohne ein bleibendes neurologisches Defizit!

Wir entwickelten zusätzlich den „Simulationstest Notfallechokardiographie“, um die Fähigkeit des Erkennens von normalen und pathologischen Befunden zu überprüfen und damit zukünfitg für die Schulung einzusetzen. Darüber hinaus wird der Algorithmus FEEL in seiner Anwendbarkeit innerhalb von CPR-Pausen und Einfluß auf die CPR-Zeiten und work-flow überprüft.
Die meisten Ergebnisse wurden bereits auf nationalen und internationalen Kongressen vorgestellt und befinden sich gerade in der Publikationsphase bei wissenschaftlichen Zeitschriften.


Letzte Aktualisierung: Montag, 28. April 2008